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Investieren mit kleinen Beträgen - die grosse Wirkung

Mal ein bisschen Münz hier, ein bisschen was da… Nie scheint es viel und doch macht Sparen mit kleinen Beträgen ganz schön was aus. Was du über die Kraft kleiner Beträge wissen solltest und wie du sie nutzen kannst.

Wusstet ihr, dass viele Menschen glauben, dass man zum Investieren viel Geld braucht? Oder was die grössten im täglichen Leben vorkommenden Geldverschwender sind? Hier ein paar Zahlen und Fakten zur Kraft kleiner Beträge beim Anlegen und Ausgeben – und wie du die grössten «Money Wasters» ganz einfach vermeiden kannst.

Eine Studie von BNY Mellon (The Pathway to Inclusive Investing, 2021) hat gezeigt, dass z.B. Frauen in der Schweiz glauben, umgerechnet etwa 66’000 US-Dollar an jährlichem verfügbaren Einkommen zu brauchen, bevor sie überhaupt über das Investieren nachdenken würden. Weltweit lag der ermittelte Durchschnitt bei einem jährlich verfügbaren Einkommen von 50’000 US-Dollar. Das zeigt: Viele Menschen unterschätzen, wie viel sie mit kleinen Summen erreichen können – oder sie denken, sie bräuchten zuerst ein finanzielles Polster, bevor sie loslegen dürfen.

Dabei ist genau das Gegenteil der Fall: Gerade weil Anlagen Schwankungen unterliegen (wie wir es aktuell gut beobachten können), ist es sinnvoll, früh mit kleinen Beträgen zu starten. Moderne Finanztools machen das einfacher denn je – z.B. mit ETFs, bei denen man schon mit wenigen Franken pro Monat einsteigen kann, oder mit sogenannten Rundungsinvestitionen, bei denen beim Bezahlen automatisch aufgerundet wird und der Differenzbetrag direkt investiert wird. Eine Art digitales Kleingeldsparen, das sich fast unbemerkt aufsummiert.

In was du dabei investierst, ist zu Beginn gar nicht so entscheidend. Ob du dich für klassische Aktienfonds, nachhaltige Themen oder alternative Anlagen interessierst – das Wichtige ist, überhaupt zu starten. Du kannst jederzeit anpassen, umlagern, Neues ausprobieren.

Auch kleine Beträge haben Kraft beim Investieren

Das summiert sich ganz schön – hier zwei illustrative Beispiele:

Legt z.B. eine Person jeden Tag 2 Franken an (das sind ca. 60 Franken im Monat) und erwirtschaftet im Schnitt 5 % Ertrag im Jahr, dann sind das in 15 Jahren bereits rund 15’900 Franken. Nicht schlecht für ein bisschen Alltagskleingeld.

Oder denk an deine Vorsorge: Fängst du mit 20 Jahren an, jeden Monat 30 Franken zur Seite zu legen (also etwa ein Stutz pro Tag), könntest du bis zur Pensionierung rund 59’000 Franken zusätzlich in der Kasse haben – vorausgesetzt, die Rendite beträgt im Schnitt 5 % jährlich. Alle Zahlen wurden mit dem Renditerechner von Moneyland berechnet, Inflation nicht berücksichtigt.

Das zeigt: Zeit und Disziplin sind die besten Freunde deines Geldes. Je früher du beginnst, desto stärker wirkt der Zinseszins-Effekt – und desto weniger musst du später nachholen.

Vorteile der kleinen Beträge beim Investieren sind:

  • Du kannst mit sehr überschaubarem Risiko starten, dich langsam rantasten und eigene Erfahrungen sammeln.
  • Du brauchst keine grossen Summen – der Einstieg ist niederschwellig.
  • Du kannst Sparen und Investieren automatisieren, z. B. per Dauerauftrag oder mit einer App, die dir diese Arbeit abnimmt.
  • Kleine Erfolge motivieren. Es fühlt sich gut an, Fortschritt zu sehen, auch wenn er zunächst klein ist. Motivation ist beim Thema Finanzen ein oft unterschätzter Faktor.

Nachteile: 

  • Ja, Anlagen unterliegen Schwankungen. Das gehört dazu. Wichtig ist, dass du einen langen Atem hast und nicht gleich bei der ersten Kursschwankung panisch wirst.
  • Du brauchst Tools oder Plattformen, bei denen die Gebühren tief sind – sonst fressen diese deine kleinen Beträge wieder auf. Achte auf Depotgebühren, Kaufspesen und allfällige Verwaltungsgebühren.

Was tun, wenn du (noch) nicht investieren willst? Auch dann kannst du von kleinen Beträgen profitieren – etwa beim klassischen Sparen. Viele Banken bieten eine sogenannte Rundungssparfunktion an. Damit wird bei jeder Kartenzahlung automatisch aufgerundet und der Betrag aufs Sparkonto verschoben. So entsteht fast nebenbei ein kleines Polster.

Wenn du Schwierigkeiten hast, grössere Beträge auf die Seite zu legen, dann ist genau dieses schrittweise Ansparen besonders hilfreich. Denn es senkt die Hürde, überhaupt zu starten. Und mit jedem kleinen Erfolg wächst das Vertrauen in die eigene Finanzkompetenz.

Du hast das Gefühl, du hast gar nichts übrig zum Sparen oder Investieren? Dann lohnt sich ein Blick auf deine Ausgaben – und zwar mit Fokus auf die grössten Geldfresser, die sich heimlich in deinen Alltag schleichen 😉.

Diese 6 «Money-Wasters» solltest du kennen

Gerade jetzt, wo die Inflation an unseren Geldbeuteln und der Vorsorge rupft, lohnt sich eine gute Geldhygiene. Es geht nicht darum, sich alles zu verkneifen – sondern darum, bewusster zu konsumieren und zu schauen, wo man für wenig Aufwand viel sparen kann.

Unnötige Geldfresser sind Ausgaben, die keinen Mehrwert stiften. Sie tragen weder wesentlich zu deinem Lebensunterhalt noch zu deinem Wohlbefinden bei – und sind oft unbemerkt einfach… da.

01

Online-Abos

Seit der Pandemie ist unser Leben noch digitaler geworden – mit der Folge, dass viele Menschen mehr für Online-Abos zahlen, als sie eigentlich nutzen. In den USA gaben laut USA Today Menschen im Jahr 2021 rund 273 US-Dollar pro Monat für Abos aus – dreimal mehr als ursprünglich geplant.

👉 Tipp: Alle paar Monate deine Abos checken. Brauchst du sie wirklich noch? Vielleicht reicht das Gratis-Abo oder du kannst dir eins mit jemandem teilen. Einige Apps wie Mint Premium helfen sogar beim Kündigen.

02

Kreditkartenkosten & Auslandsspesen

Ferienzeit? Super! Aber Achtung bei Kreditkarten: Auslandseinsätze, Bargeldbezüge oder dynamische Währungsumrechnungen kosten oft unnötig viel.

👉 Tipp: Prepaid-Debitkarten verwenden, Anbieter vergleichen, und im Ausland wenn möglich in Lokalwährung zahlen. Auch im Inland gibt’s Unterschiede – checke deine Bankspesen!

03

Papierkram, der extra kostet

Papierrechnungen, Kontoauszüge per Post, doppelte Belege – all das wird oft zusätzlich verrechnet. Mal 1.80 hier, mal 2.50 dort… über das Jahr summiert sich das.

👉 Tipp: Auf digitale Rechnungen und E-Dokumente umstellen. Spart Geld – und Papier.

04

Paketlösungen & Jahresabos

„Nur jetzt – 12 Monate zum Preis von 10!“ Klingt verlockend, aber brauchst du das Abo wirklich ein ganzes Jahr lang? Häufig nutzen wir solche Angebote weniger als geplant.

👉 Tipp: Erst mal mit einem Monatsabo starten oder eine Testphase nutzen – verlängern kannst du immer noch.

05

Mahngebühren & verspätete Zahlungen

Einmal vergessen, eine Rechnung zu zahlen – schon flattern Mahngebühren rein. Oft nur ein kleiner Betrag, aber regelmässig passiert, kann das unnötig ins Geld gehen.

👉 Tipp: Zahlungserinnerungen im Kalender einrichten oder gleich Daueraufträge einrichten, wo möglich.

06

Impulskäufe & Rückgaben

Schnell bestellt, nie getragen, passt nicht oder kam nie an – Impulskäufe und fehlgeschlagene Online-Bestellungen kosten nicht nur Geld, sondern auch Nerven.

👉 Tipp: Vor dem Kauf kurz Pause machen, Bewertungen lesen, Rückgaberegeln prüfen – und lieber einmal weniger, dafür gezielter kaufen.

Extra-Tipp: Mini-Finanz-Check einmal im Monat

Es hilft enorm, sich einmal im Monat 20 Minuten zu nehmen und das eigene Budget durchzugehen. Handyrechnung, Streaming-Dienste, Versicherungen, Kontoauszüge – einfach mal schauen, ob noch alles zu deinem Lebensstil passt.

Dabei entdeckst du oft Dinge, die du gar nicht mehr nutzt oder die sich optimieren lassen.

Fazit: Kleine Beträge, grosse Wirkung

Ob beim Investieren oder Sparen – du brauchst keine riesigen Summen, um den ersten Schritt zu machen. Kleine Beträge sind nicht nur finanziell wirksam, sondern auch mental. Sie helfen dir, dranzubleiben, motiviert zu bleiben und langfristig bessere finanzielle Entscheidungen zu treffen.

Der Soziologe und Professor Michael Norton zeigt in seinem TEDx Talk «How to Buy Happiness», dass Geld uns glücklicher machen kann – vor allem, wenn wir es bewusst einsetzen, z. B. für Erlebnisse oder für andere Menschen. Und das Beste: Dafür braucht’s keine grossen Summen, sondern nur ein bisschen Aufmerksamkeit – und ein paar clevere Gewohnheiten.

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