Wusstest du, dass viele Anleger mehr zahlen als nötig – nicht weil ETFs „teuer“ sind, sondern weil einzelne leicht übersehen werden? Mir ging es am Anfang ähnlich: Ich habe vor allem auf die TER geschaut und erst später verstanden, dass Spreads, Handelsgebühren, Währungsumrechnung (und in der Schweiz oft auch die Umsatzabgabe / Stempelsteuer) mindestens genauso wichtig sein können. Wenn du diese Kosten systematisch prüfst, kannst du dein [ETF-Portfolio diversifizieren] und trotzdem effizient investieren – ohne unnötige Gebühren.
Darum zeige ich dir hier Schritt für Schritt, wie du realistisch einschätzt – ohne Fachchinesisch, dafür mit praktischen Faustregeln, die du direkt anwenden kannst.
Was sind ETF-Kosten – und warum sind sie so wichtig?
ETF-Kosten bestehen nicht nur aus einer Zahl. Für Anleger sind in der Praxis drei Kostenblöcke entscheidend:
- Produktkosten (ETF-Ebene)
- TER / laufende Kosten
- Abweichung vom Index (Tracking Difference)
- Handels- und Brokerkosten (Kauf/Verkauf)
- Spread (Geld-/Briefkurs)
- Courtage/Kommission, Börsengebühren
- Währungsumrechnung (FX-Gebühren + FX-Spread)
- Schweiz-spezifisch (je nach Broker/Setup)
- Umsatzabgabe („Stempelsteuer“) auf Wertschriftentransaktionen, sofern ein inländischer Effektenhändler beteiligt ist.
Wenn du diese Kosten nicht im Blick hast, kann das die Rendite über Jahre deutlich drücken – selbst bei „guten“ ETFs.
TER (Total Expense Ratio) verständlich erklärt – und richtig einordnen
Die TER zeigt die jährlichen laufenden Kosten eines ETFs als Prozentsatz des investierten Vermögens. Beispiel:
- 0,20% TER = 20 CHF Kosten pro 10’000 CHF pro Jahr
- 0,60% TER = 60 CHF Kosten pro 10’000 CHF pro Jahr
Auf lange Sicht summieren sich kleine Unterschiede. Aber wichtig: Die TER ist ein guter Startpunkt, jedoch nicht die ganze Wahrheit.
Warum TER allein nicht reicht, um [ETF-Kosten] zu bestimmen
ETFs können sich trotz identischer TER unterschiedlich entwickeln, weil es weitere Renditebremsen gibt – etwa:
- Transaktionen im Fonds (z. B. bei Indexanpassungen)
- Steuereffekte/Quellensteuer-Differenzen (keine „Gebühr“, aber relevant fürs Nettoergebnis)
- Replikationsmethode (voll replizierend, Sampling, synthetisch)
Praxis-Tipp: Schau dir neben der TER auch an, wie stark der ETF langfristig vom Index abweicht (Tracking Difference), insbesondere nach unten. Das ist für viele Anleger der „ehrlichere“ Kostenindikator.
Spreads: Kauf- und Verkaufspreise verstehen (und Kosten sparen)
Der Spread ist die Differenz zwischen Geldkurs (Bid) und Briefkurs (Ask). Du zahlst den Spread indirekt beim Kaufen/Verkaufen – besonders spürbar bei:
- weniger liquiden ETFs,
- sehr volatilen Phasen,
- Handelszeiten, in denen der zugrunde liegende Markt (z. B. USA) geschlossen ist.
Limit Order statt Market Order (Faustregel)
- Sehr liquide ETFs: Market Order kann ok sein, wenn der Spread eng ist.
- Weniger liquide ETFs / volatile Tage: Limit Order ist oft die bessere Wahl, weil du den maximalen Kaufpreis (oder minimalen Verkaufspreis) festlegst.
So findest du „spreadfreundliche“ ETFs
Achte bei [ETFs auswählen] auf:
- Handelsvolumen/Market Maker-Qualität
- enge Spreads im Normalbetrieb
- möglichst aktive Handelszeiten
Das senkt die laufenden Handelskosten spürbar – besonders, wenn du regelmässig investierst.
„Versteckte Gebühren“ – implizite Kosten und Renditebremsen
Bei klassischen, passiven ETFs gibt es selten „versteckte Gebühren“ als separate Rechnung. Häufiger sind implizite Kosten, die nicht so offensichtlich sind wie die TER:
1) Tracking Difference (Index-Abweichung)
Das ist die Differenz zwischen Indexrendite und ETF-Rendite (nach Kosten/Einflüssen). Sie entsteht u. a. durch:
- TER
- Rebalancing/Indexänderungen
- Steuerliche Effekte (je nach Domizil/Struktur)
- Replikationsmethode
2) Währungsumrechnung (FX)
Gerade in der Schweiz ein unterschätzter Kostenblock:
- Kauf eines USD/EUR-gehandelten ETFs mit CHF-Konto kann FX-Gebühren + FX-Spread auslösen.
- Diese Kosten fallen oft jedes Mal an, wenn du umrechnest.
3) Broker- und Börsengebühren
Je nach Anbieter:
- Courtage/Kommission pro Trade
- Börsengebühren
- Depotgebühren (bei manchen Brokern)
Mein Tipp: Rechne nicht nur die TER, sondern immer die ETF-Gesamtkosten pro Jahr durch (inkl. Handelsfrequenz).
ETF-Kosten in der Schweiz: Broker, FX und Umsatzabgabe („Stempelsteuer“)
Hier lohnt sich für Schweizer Anleger ein eigener Abschnitt, weil ein Kostenpunkt besonders oft vergessen wird:
Umsatzabgabe / Stempelsteuer: Was ist das?
Die Schweizer Umsatzabgabe wird auf Käufe und Verkäufe von in- und ausländischen Wertpapieren erhoben, wenn ein inländischer Effektenhändler an der Transaktion beteiligt ist.
Die Sätze betragen (gesamt):
- 1,5 ‰ (0,15%) für inländische Wertpapiere
- 3,0 ‰ (0,30%) für ausländische Wertpapiere
In der Praxis wird die Abgabe häufig zwischen den Parteien aufgeteilt – für Privatanleger wird deshalb oft von einer effektiven Belastung in der Grössenordnung von 0,075% (CH) bzw. 0,15% (Ausland) pro Transaktion gesprochen.
Mini-Beispiel:
Bei 10’000 CHF Kaufvolumen können das grob 7.50 CHF (CH-Titel) bzw. 15 CHF (Auslandstitel) sein – zusätzlich zu Spread und Brokergebühren.
Hinweis: Ob und in welchem Umfang sie anfällt, hängt vom Broker/Setup und der Effektenhändler-Eigenschaft ab.
Quick-Check für die Schweiz
Wenn du deine ETF-Kosten realistisch einschätzen willst, prüfe bei deinem Broker:
- Courtage/Kommission pro Trade
- Börsenplatzgebühren
- Depotgebühren (falls vorhanden)
- FX-Konditionen (Gebühr + Spread)
- Umsatzabgabe/Stempelsteuer (ob sie verrechnet wird und wie hoch)
ETF oder Fonds?
Ein ETF ist technisch gesehen ein Fonds – der Unterschied liegt meist in der Management-Art:
- Passive ETFs: oft tiefere laufende Kosten, transparent, Index-Nachbildung bzw. indexnah
- Aktiv gemanagte Fonds: können zusätzlich belasten durch
- Ausgabeaufschläge
- höhere laufende Kosten
- teilweise Performance Fees
Wenn du [ETF oder Fonds] vergleichst, achte nicht nur auf „Kosten“, sondern auch darauf, was du dafür bekommst: Strategie, Transparenz, Handelbarkeit und Indexnähe.
Tipps zur Minimierung von ETF-Kosten (praxisnah)
- Weniger Trades, mehr Strategie: Häufiges Kaufen/Verkaufen erhöht Spread, Gebühren und ggf. Umsatzabgabe.
- Nicht nur TER vergleichen: Schau auf Tracking Difference und Handelbarkeit.
- Order-Typ bewusst wählen: Bei weniger liquiden ETFs lieber Limit Orders.
- Handelszeit beachten: Wenn möglich handeln, wenn die zugrunde liegenden Märkte offen sind (Spreads oft enger).
- FX-Kosten aktiv managen: Wenn du in CHF sparst, prüfe, ob du unnötige Umrechnungen vermeidest.
- Schweiz-Check machen: Gebührenmodell + mögliche Umsatzabgabe/Stempelsteuer einrechnen.
- [ETFs auswählen] nach Kostenstruktur, Liquidität und strategischem Nutzen – nicht nur nach „Trend“.
So kannst du dein [ETF-Portfolio diversifizieren] und dabei kosteneffizient investieren – auch mit kleineren Beträgen.
Fazit
[ETF-Kosten] sind mehr als die TER. Wer TER, Spreads, Broker-/FX-Kosten und in der Schweiz auch die Umsatzabgabe/Stempelsteuer im Blick hat, investiert effizienter und vermeidet typische Kostenfallen.
Starte heute: Prüfe deine ETFs und dein Broker-Setup, vergleiche die ETF-Kosten ganzheitlich und stelle dein [ETF-Portfolio diversifizieren] so auf, dass Kosten und Strategie zusammenpassen.
Discover more
-
Was du über ETFs wissen solltest
Wissenswertes zum Thema ETFs und clevere Tipps zur Anlage -
Warum ETFs für dich als Mutter eine gute passive Geldanlage sein können
Wir zeigen dir, wie du mit einer guten Rendite in ETFs investieren kannst. -
ETF oder ETP? Der wichtigste Unterschied klar erklärt
ETF oder ETP? Die Begriffe klingen ähnlich, funktionieren aber unterschiedlich. In diesem Artikel erfährst du klar und verständlic...